Montag, 27. Juni 2011

Weit weit weg - einfach wunderbar

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume.

Puntarenas
Costa Rica tat mir gut.
Montags trafen wir uns alle im FoFos. Casique wurde zu unserem Standartgetränk... :) Man muss ihn sich wie eine Art Wodka vorstellen, den man wie Tequila mit einer Orange im Abgang trinkt.
Und ich kann euch sagen, der verursacht am nächsten Tag einen Kopf! Hola die Waldfee!!!
Wir hatten meinen Geburtstag in Jacó gefeiert und beschlossen nun in einer großen Gruppe, am Montag den besonderen Tag in Heredia bei Wodka-O und Casique zu begießen.
Vor unserer Abfahrt nach San José und anschließend ins Barrio Jesús, saß ich am Sonntag meines Geburtstages unter einer Papaya-Palme und dachte an zu Hause. An meine Familie und Freunde und wünschte mir so sehr, dass sie diese unfassbare Schönheit mit mir teilen könnten.
In diesem Moment kamen meine Mädels zu mir, mit zwei Muffins, in welche sie Kerzen gesteckt hatten. Zuckersüß! Es trieb mir die Tränen in die Augen.
Am Montag darauf feierten wir dann im FoFos. Der große Bayer, der mir schon die Woche zuvor aufgefallen war, war auch da. Und er began mir den Hof zu machen! Wir tranken und tranken und ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie es dazu kam, aber irgendwann standen wir an den Balkon gelehnt und küssten uns. Er war groß, hatte breite Schultern, große grüne Kulleraugen, dunkle Locken und packe mich mit seinem starken Arm um die Talje.
Wer würde nicht dahin schmelzen?
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag für ein Date... Naja, ob er sich daran erinnern konnte, das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Meine Gastmama sah mein Elend am nächsten Morgen und es gab nahrhafte Gemüsesuppe zum Mittag. Abgesehen davon gab mir meine Gastmama immer verdammt viel zu essen! Mein Plan, das Rauchen, Trinken und Essen einzuschränken, verabschiedete ich spätestens Mitte der ersten Woche... :)
Letztendes stand der Bayer wirklich am nächsten Tag vor mir und wir fuhren mit dem Bus ins Café Britt. DER Kaffeeproduktion in Costa Rica! Super lecker! Und super schön! Eingebettet in Kaffeeplatagen liegt das kleine Museum und Café in einer Seitenstraße und serviert herrlich lecker duftenden und schmeckenden Kaffee...

Wir beschlossen nach MalPais zu fahren. Einem bildschönen Örtchen auf der Nicoya-Halbinsel Costa Ricas. Der Bayer fuhr nach Montezuma, einem Ort, nicht weit entfernt. Sehen würden wir uns nicht.
Die Fahrt dauerte den ganzen Tag. Wir hatten kein Hostel vorgebucht und hofften auf gutes Gelingen und schnelles Finden einer Unterkunft.
Mit der Fähre ging es von Puntarenas zur Halbinsel und während unserer Fahrt ging langsam die Sonne unter. Vorbei an kleinen felsigen Inselchen, auf denen Vögel nisteten, Pelikane an uns vorbeiflogen, tauchte die Sonne alles in ein zartes Rosa. Es war einfach nur unbeschreiblich schön.
Untergehende Sonne über dem Pazifik auf der Fähre zur Nicoya-Halbinsel

In Malpais angekommen gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft doch komplizierter als gedacht. Irgendwann fanden wir ein kleines Hostel, das uns ein Hinterhaus anbot. Nun ja... Es war wirklich ein Hinterhaus... Das Bad inklusive Toilette war nur mit einem Vorhang vom Rest des Raumes abgetrennt, die kleine Kochniesche sah alles andere als appetitlich aus... Nun ja, aber bevor wir nachts irgendwo auf der Straße verbringen sollten, wäre das wenigstens eine Übergangslösung.




Ich wachte am nächsten Morgen vollkommen glücklich, erholt und Meine Freundin und ich waren wieder so früh wach und erkundeten den Strand. Ich kann mit Überzeugung sagen, dass dies wohl eines der schönsten Strände war, die ich in Costa Rica gesehen hatte!
Wir feierten bis in die späten Abendstunden, erkundeten den angrenzenden Regenwald mit den Worten des Hostel-Besitzers: "Sagt mir bescheid, wenn ihr losgeht, damit wir euch in drei Stunden anfangen können zu suchen..."  





Wir tingelten zu einer Reagge-Party etwas weiter die Straße runter. Kanadier, ein Deutschen und ein paar Norweger waren unsere Begleiter. Es war ein lustiger Abend. Allerdings war ich das Rauchen von Gras nicht mehr gewöhnt und vorallem nicht, dieses Gras. Ich saß müde auf meinem Stuhl, durfte mir irgendetwas von einem Kanadier anhören, der mir irgendwas von Hitler erzählte und ich nur verständnislos den Kopf schüttelte. Deutsch - Stempel. Ich war fix und fertig und machte mich schon realtiv früh mit einer meiner Freundinnen und ihren Schwarm auf zu unserem Hostel.
Ich wacht am nächsten Morgen fit und zufrieden auf, während die Geschichten meiner Mädels immer abenteuerlicher wurden.
Die eine hing irgendwann mit ihrem "Mitbringsel" in einem Stacheldrahtzaun. Das hört sich jetzt vielleicht schlimmer an, als es wirklich war. Die beiden hatten nur gut einen im Tee, liefen zu weit am Graben, taumelten, stoplerten, sie hing mit ihren langen blonden Haaren drin, er musste irgendwie unglücklich auf einen Nagel gefallen sein, denn am nächsten Tag zog der Arzt ihm einen knapp 7cm langen Metallnagel aus der rechten Pobacke. Das Surfen musste er erstmal einstellen :)
Und meine andere Freundin begegente mit ihrer schweizer Errungenschaft einem Leguan am Strand und ließ sich bei heißen Küssen ihre Tasche quasi unter dem Hintern wegklauen...
Doch das trübte unsere Stimmung nicht weiter. Wir wurden von den Norwegern und einem Deutschen zum Essen eingeladen. Sie würden an dem Tag fischen gehen und dann gäbe es für einen kleinen Beitrag ein leckeres Essen.

Es begann zu dämmern, wir wuschen uns den Sand von der Haut und machten uns fertig für den Abend.
Man führte uns in einen kleinen Unterschlupf der noch am Tag sehr verfallen und eher spartanisch aussah. Nun aber, am Abend war der kleine Platz, der gerade mal 3 kleine Holztische unterbringen konnte, mit Palmenblättern umsäumt und erleuchete im sanften Licht von kleinen Lichterketten und Fackeln.
Es gab Red-Snaper und Tunfisch, während uns ein kleiner dicker Tico mit Cuba Libre versorgte und die Jungs von ihren Abenteuern auf dem Wasser erzählten.
In Costa Rica raucht man eigentlich das Gras pur und eigentlich (!) auch nicht gerollt, sondern in kleinen Pipes.
Nur, an diesem Abend rauchten wir das Gras in einer Tüte und pur :)
Es war wie in einem Film, die vielen fremden und doch so leibgewonnenen Leute um einen herum, leckeren Fisch, Krautsalat und Cuba Libre.
Dies war einer der Nächte, die ich wie ein Foto in meinem Kopf abfotografiert hatte und die ewig in meiner Erinnerung bleiben werden.


Mal Pais / Santa Teresa

Wer immer nur funktioniert, entzieht sich dem Abenteuer des Lebens