Samstag, 2. Juli 2011

"Entschuldigen Sie, Herr Polizist..."

Grau in Grau hängt gerade alles vor mir.
Meine Güte, was war das für ein Akt, mich gerade aus dem Bett zu quälen...
Gott sei Dank, schlafen die Kids noch, das heißt, ich habe noch einen Moment hier Zeit, um zu schreiben.
Dienst bis Montagmorgen. Statt Sonntagnachmittag.
Naja, die eine Nacht. Meine Prüfung schreibe ich dann halt mit einem schlafenden und einem wachen Auge... :)

Jedenfalls hatte ich gestern Nacht lange Zeit mir den Kopf darüber zu zerbrechen, wie und was ich tun werde. Hier kann ich nämlich sogut wie nie schnell einschlafen. Jedes Mal denke ich, eins der Kinder steht vor mir, klopft, will was oder es geht einem schlecht.
Wenn ich dann schlafe, dann meist wie ein Stein, aber die Phase bis dahin ist manchmal schrecklich. Immer denke ich mir: "Mach die Augen zu, noch 5 Stunden zu schlafen. Wenn du jetzt nicht einschläfst, dann bist du morgen den ganzen Tag über total fertig und müde!"
Naja, ich schlief dann rund 4 Stunden bis heute... :-/

Allerdings passierte mir gestern Folgendes:
Wie ich so von der Uni streight zu mir zur Arbeit fuhr, hielt ich neben einem Polizeiwagen... Und wer saß drin - mein Polizist. Der jenige, der mich an jenem Abend nach einem Überfall vor 2 Wochen quasi "auffing". Vor dem ich heulend saß, weil meine Tasche geklaut wurde und ich bei dem Sprint, hinter den Tätern her, über eine Stahlkette stolperte und mir Blessuren zuzog. Meine Freundin, welche einfach koordinatorisch mehr auf der Höhe ist, als ich, blieb unverletzt.
Da saß ich nun, schlurchzend auf einem Treppenaufgang eines Hauses, mein Kleid über die Knie gerutscht. Der Arsch hatte ja sogar meine Zigaretten mitgenommen, also konnte ich gar nicht mal rauchen!
Ein netter betrunkener Herr kam vorbei, sah die Polizei, sah meine Freundin, die den Tathergang bei ihnen schilderte und versorgte mich mit zwei Zigaretten, die ich quasi in einem Zug wegrauchte.
Naja, ein wirklich ansehnlicher Anblick war ich wohl nicht.
Irgendwann kamen die Polizisten zu mir und mein blauer Prinz im blauen Auto befragte nun auch mich nach dem Geschehen.
hahaha... OH MEIN GOTT!!!
ich muss katastrophal ausgesehen haben!
Jedenfalls schwoll mein Knie und Schienbein immer mehr an und er fragte, ob er nicht doch einen Krankenwagen rufen solle...
Nun ja, irgendwann saß ich im Krankenwagen und flüsterte meiner Freundin zu, sie solle doch bitte seine Nummer besorgen...
Was sie natürlich nicht(!) tat...
Der Polizist brachte mir den Schlüssel meiner Schwester, für meine Wohnung noch ins Krankenhaus.
Hach, hübsch war der...
Und ich saß da auf der Liege, mit meinen stoppeligen Beinen (hätte ich sie doch mal rasiert...) und versuchte in meinem Zustand ihm einen Augenaufschlag zu bieten, den er nicht vergessen konnte... Gelang jetzt nicht wirklich so gut...

Wie auch immer, Überfall vorbei, Schock verkraftet, Knie wieder besser, fuhr ich gestern zur Arbeit und da stand er nun... Ich weiß nicht, ob er mich gesehen hatte.
Ich bog ab und fuhr weiter die Straße entlang. Sollte ich nochmal umdrehen und ihm meine Nummer geben?
Hm, nein, wenn es so sein sollte, würde ich ihn nochmal sehen - denn alle guten Dinge sind ja bekanntlich 3... :)