Zweifeln ist meiner Meinung nach neben der Enttäuschung mit das schlimmste Gefühl, abgesehen von Trauer, das man haben kann.
Auf Zweifel gibt es nicht so leicht Antworten. Der Zweifel steckt tief in dir drin und frisst dich von Innen auf. Der Zweifel wirft tausend Fragen auf.
Ich wachte heute Nacht um 4Uhr auf und konnte plötzlich nicht mehr einschlafen. Mir ging unser Gespräch durch den Kopf. Ich weiß, dass du mich vermisst, ich weiß, dass du dich auf unser Wiedersehen freust, ich weiß, dass ich dir etwas bedeute. Das weiß ich. Aber ich zweifle daran, dass es so für dich ist, wie für mich.
Wer ist diese andere, die dir die Herzchen und Küsse schickst. Du meintest zu mir, sie sei nur eine Freundin, die du einmal kennengelernt hast. einfach nur "ein Mädchen". Du schreibst sie gar nicht mehr an.
Und plötzlich steht ein "Du Lügner ;) Danke dir! Lass uns die Tage mal skypen" auf deiner Pinnwand.
Ich verfluche Facebook! Facebook macht alles so kompliziert. Facebook nährt meine Zweifel!
Irgendwie war es leichter, als es Facebook noch nicht gab.
Und irgendwie war alles schwieriger.
Alles hat zwei Seiten - und die negative beschäftigt mich gerade extrem!
Wofür dankt sie dir? Warum sollst du ein Lügner sein? Fuck! Diese Fragen treiben mich in den Wahnsinn und schüren meine Ängste vor der kommenden Zeit.
Ich zweifel an mir.
Ich zweifel an mir, habe Angst, wie es sein wird, wenn du mich wiedersiehst. Dass du enttäuscht bist, dass in der ganzen Zeit, in der wir getrennt waren, ein anderes Bild von mir in deinem Kopf entstanden ist.
Ich zweifel an mir, ob ich die Bedenken, die ich in mir trage, verbergen kann, um die Zeit schön werden zu lassen.
Ich zweifel an mir, ob es nicht doch so wie immer wird und ich merke, dass der Weg, den ich gegangen bin falsch ist.
Ich zweifel an mir, ob ich dir wirklich vertraue, weil die Fragen sich in meinem Kopf häufen und ich habe Angst, dass du sie mir nicht beantworten kannst oder sie so verdrehst, dass der Zweifel bleibt. Und dabei ist Vertrauen in unserer Situation das Einzige, was uns zusammenhalten lässt. Es sollte die Grundlage dafür sein, um weiteres aufzubauen.
Ich zweifle an dir.
Ich zweifle an dir, ob du dich immernoch so sehr auf mich freust, wie vor ein paar Wochen.
Ich zweifle an dir, ob da nicht doch mehr mit diesem Mädchen ist, was euch verbindet.
Ich zweifle an dir, ob ich wirklich die Einzige bin, die dir ein Gefühl von Gänsehaut geben kann.
Ich zweifle an dir, ob du dich wirklich auf mich einlassen wollen würdest.
Sind die Dinge, die du mir sagst, nur leere Phrasen? Dinge, die man einfach so daher sagt, weil man an einem Punkt ist, wo es sich quasi so "gehört"?
Willst du, dass ich komme?
Willst du, dass ich mit dir und deiner Familie lebe?
Willst du mich?
Ich zweifle an dem, was vor uns liegt.
Ich zweifel daran, ob es so sein wird, wie wir es uns gedacht haben.
Ich zweifel daran, dass es schöner wird, als wir es uns vorgestellt haben.
Ich zweifel daran, dass es mehr wird, nachdem wir uns gesehen haben.
Und all diese Zweifel nur, weil ich dich nicht hier habe. Weil den Weg, den wir gehen, gemeinsam und doch alleine, so verdammt schwer ist und ich mich einfach verloren fühle.
Wenn die Zweifel kommen, will ich einfach nur unter deine Bettdecke kriechen, während du schläfst. Ich will, dass du deinen Arm um meine Schulter legst, ich mich einkuschel und deinen Atmen hören kann.
Ich will mich sicher fühlen.
Sicher, dass der Weg, den ich hier gehe auch der richtige ist.